Im Rahmen der seit 1994 bestehenden Projektpartnerschaft und der daraus 2001 erwachsenen Gemeindepartnerschaft zwischen der Kirchengemeinde Chanka (Region Western Wollega)/Äthiopien und den evg. Kirchengemeinden Berlin-Müggelheim und Berlin-Schmöckwitz unterstützen wir seit 2003 das Aidswaisenprojekt der Synode  Western Wollega Bethel Synode (d.i. Der Name der dortigen Landeskirche)

Anfangs haben wir 30 Familien mit jeweils 10,00 € / Monat geholfen, die ein Aids-Waisen-Kind aufgenommen haben. Seit etwa zehn Jahren erreichen unsere Zuwendungen  300 Familien, wofür wir jährlich 38.000,00 € überweisen. Die Spenden stammen von Kirchenkonzerten, regelmäßigen Einzelüberweisungen, Sammlungen bei familiären Anlässen, Zuwendungen von anderen Gemeinden.

2015 fand eine Evaluation des Projekts statt. Deren Ergebnisse flossen ein in eine Projektvereinbarung im Jahre 2017 zwischen den Partnern in Berlin und Dembi Dollo.

Besuche bei Projektverantwortlichen der lokalen Kirchenleitung in Dembi Dollo gehören bei unseren Reisen ins Projektgebiet genauso zum Programm  wie Besuche zusammen mit der zuständigen Sozialarbeiterin bei einigen von  Aids betroffene Familien, die sie betreut und die von dem Projekt unterstützt werden. Besonders bei solchen Besuchen haben wir in der Vergangenheit viel gelernt über die konkrete Lebenssituation der Betroffenen, aber auch von ihrer Kraft und ihrem Lebensmut, die sie aufbieten, um ihr Leben zu meistern.

Bei den Gesprächen im Oktober 2018 mit den Verantwortlichen für das Aids-Waisen-Projekt wurde deutlich, dass infolge anhaltender Inflation die Preise für die Grundversorgung stark angestiegen sind, sodass die ursprünglich vereinbarte Unterstützung (10 €/Kind/monatl.) nun nicht mehr ausreicht. Das ist in Gesprächen mit Betroffenen durchgängig bestätigt worden. Wir haben auch erfahren, dass sich HIV/Aids wieder mehr verbreitet, nachdem in den vergangenen Jahren ein Rückgang zu verzeichnen war. Auch steige die Zahl der davon in Mitleidenschaft gezogenen Kinder, die dann nicht die Schule besuchen.                          
Diese Informationen veranlassen uns, nach Möglichkeiten zur Erweiterung des Aids-Waisen-Projekts zu fragen.

Gegenwärtig (Mai 2020) hören wir von unseren äthiopischen Partnern, dass die auch dort wegen der Corona-Krise erlassenen Bewegungs- und Verkehrsbeschränkungen die Lebensmittel knapp werden, die Preise noch einmal gestiegen sind und sich Hunger ausbreitet. Von der verheerenden Heuschreckenplage ist der westliche Landesteil, in dem unsere Partner leben, nicht betroffen.

Das Projekt bleibt ein Lernvorgang,
ein Ausdruck der Dankbarkeit und der Freude,
konkret etwas für mehr Gerechtigkeit zu können.